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Pater Anselm Grün kam auf Einladung des Unternehmerstammtisches „Treffpunkt Wirtschaft“ Maxhütte-Haidhof

Am 19. September 2011 war Pater Anselm Grün im Mehrgenerationenhaus Maxhütte-Haidhof zu Gast.

"Führen mit Werten" war das Thema des Vortrages von Pater Anselm Grün - der das Publikum mit seiner klaren, einfachen Sprache, versehen mit präzisen Aussagen und angereichert durch umfassendes Fachwissen, fesselte.

In seinem Referat sprach er über die notwendigen Grundwerte wie Gerechtigkeit, Tapferkeit, Klugheit und das richtige Maß finden, aber auch über die christlichen Werte wie Vertrauen, Glauben und Sprache, Hoffnung und Liebe.
Gleichzeitig trug sich der Cellerar in das Goldene Buch der Stadt Maxhütte-Haidhof ein.

© Anita Alt
Pater Anselm Grün tägt sich ins Goldene Buch ein
© Anita Alt

Das Bild zeigt von rechts 1. Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank, Pater Anselm Grün und Otto Rohleder, „Haus und Hofmaler“ der Stadt Maxhütte-Haidhof.
Er zeichnete die Abtei Münsterschwarzach, die Abtei von Pater Anselm, für dessen Eintrag in das Goldene Buch der Stadt. 

Es folgt eine Berichterstattung von Norbert Wanner/ MIttelbayerische Zeitung.
Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten einen Vortrag interessant zu machen. Sehr beliebt sind technische Spielereien wie Beamer oder Power-Point.

Auch die große Geste gehört beispielsweise dazu. Auf all das verzichtete Pater Dr. Anselm Grün bei seinem Vortrag „Führen mit Werten“ im Mehrgenerationenhaus. Da gab es keine technischen Spielereien und kein exaltiertes Gehabe. Da war einfach ein Mönch, der eine Botschaft hatte, jemand der überzeugt ist, von dem was er ausspricht, der allein durch seine Präsenz wirkte. Und das ist wohl die beste Voraussetzung einen Vortrag nicht nur interessant - sondern wie es heute so schön heißt - nachhaltig zu machen, Worte zu finden, die nicht eine Minute nach Ende der Veranstaltung wieder vergessen sind. Dabei war das was der Pater vortrag weder neu noch exklusiv, im Gegenteil immer wieder blitzte der Gedanken auf, „wie recht er hat“, weil man es eigentlich wissen könnte.

Es gab keine neuen Ideen für Managerseminare oder brandaktuelle Motivationsgeheimnisse für Führungskräfte. Vielmehr bildeten den der rote Faden in den Ausführungen von Dr. Anselm Grün Tugenden die schon Platon vor 2500 Jahren also die vier klassischen Grundtugenden formulierte: Gerechtigkeit, Klugheit, Tapferkeit und Mäßigung. Tugenden, die universell gelten, unabhängig von Glauben oder Hautfarbe wie der Pater feststellte, aber doch feste Bausteine des abendländischen Wertekanons sind. Dazu kamen die drei christlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe, mithin das, was untrennbar zu den Werten des christlichen Abendlands gehört und tief in uns verankert ist oder wie es der Pater formulierte: „Jeder trägt Werte in sich, nur oft sind sie verdeckt.“

Das ganze trug Dr. Grün vor im Ton eines Menschen, der erkennbar in sich ruhte, der das was er anderen rät, selbst lebt. Dabei gab es keinen erhobenen Zeigefinger oder ein moralisierendes Tremolo, sondern einfach die schlichte Wahrheit, dass die Führung von Mitarbeiten, von Menschen, das Zusammenleben von Menschen, Werte abseits von Controlling, Umsatz und Börsenwerten braucht. Werte sind so der Pater „Kraftquellen“, Werte sind Quellen der Gesundheit verwies er über das englische „Value“ auf das ursprüngliche lateinische „valere“ – gesund sein. Menschen brauchen also Werte: „Da wo Werte gelebt werden ist die Gesellschaft, eine Firma gesund.“ Wissen, welches offensichtlich ist und das wie eine beeindruckende Zahl von Beispielen aus Seminaren, in denen der Pater Referent war, und aus denen er immer wieder zitierte, zeigte, dass die Umsetzung im Alltag nicht leicht ist.

Dabei war der Pater durchaus Realist. „Es gibt nie absolute Gerechtigkeit“, stellte er zum ersten Wert Platons fest. Ebenso falsch der Ansatz „Fiat iustitia, et pereat mundus“ – Gerechtigkeit soll geschehen, auch wenn die Welt darüber zu Grunde geht. Gerechtigkeit heiße zuerst „mir selbst, meinem Wesen gerecht werden.“ Das zweite sei die soziale Gerechtigkeit. Gerechte Güterverteilung, gerechter Lohn „sind Bedingungen für den Frieden in einer Firma. 30 Prozent bis 40 Prozent des Potentials würde in Firmen durch ungerecht Strukturen vergeudet. „Tapferkeit“, das Einstehen für die eigene Überzeugung war nächste Wert, der zum Führen gehört. „Einstehen auch mit der Gefahr, dass ich verletzt werde.“ Erst Tapferkeit geben den Mut Verantwortung zu übernehmen. „Maß, die weise Mäßigung“ war dem Benediktinermönch besonders wichtig. Der Hl. Benedikt nennt die Mäßigung die Mutter aller Tugenden.“ Jede Maßlosigkeit, ob das Wachstum einer Firma oder die Ausbeutung von Mensch und Natur führe in den Abgrund. „Klugheit“ der vierte unverzichtbare Wert, den Thomas von Aquin die „Tugend der Entscheidung“ nennt. „Wenn ein Chef sich nicht entscheiden kann ist es schlimm, eine schlechte Entscheidung ist besser als gar keine.“ Mit dem „Glauben“ ging der Pater zu den christlichen Werten über. Ein gelebter Glaube würde entlasten. „Glaube führt in die Freiheit, wenn ich in Gott einen Grund habe, muss ich es nicht allen Recht machen, bin ich nicht abhängig von der Bestätigung des Menschen.“ „Hoffnung“: „Dante schreibt über die Hölle: lasst alle Hoffnung fahren“ zitierte der Benediktiner aus der „Göttlichen Komödie“. „Das heißt wo keine Hoffnung ist, ist Hölle.“

Deshalb müssten Führungskräfte Hoffnung statt „Zweckoptimismus“ vermitteln, um ihre Mitarbeiter zu motivieren. „Liebe“: „Die Liebe ist eine Kraftquelle.“ Menschen mit Liebe zu begegnen gebe Energie statt sie zu nehmen und: „Die Mitarbeiter merken genau, ob ich sie mag oder nicht mag.“ Viele Denkanstöße waren es die der Pater gab. Er sprach von der Bedeutung von Ritualen ebenso wie der positiver Bilder im Inneren. In einem Gespräch nach der Veranstaltung zwischen Gästen fiel der Satz: „Ich habe jetzt auch ein Bild von Pater Anselm.“ Damit wäre der leise und weise Mann sicher nicht unzufrieden gewesen, der eingangs gesagt hatte: „Ich möchte ihnen kein schlechtes Gewissen machen, sondern ich möchte werben für die Werte.“

Gut zu wissen:
Der Benediktinerpater Dr. Anselm Grün kommt aus der Abtei Müsterschwarzach. Dort ist der Cellerar, also zuständig für Wirtschaft und Finanzen. Eingeladen hatte ihn Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank als Referent für den Unternehmerstammtisch „Treffpunkt Wirtschaft“ der Stadt. Der Pater hat über 300 Bücher veröffentlich gibt Vorträge im In- und Ausland und ist auch Leiter zahlreicher Kurse.

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Der Eintrag im Goldenen Buch der Stadt
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Pater Anselm Grün
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Einen weiteren Beitrag der Presse finden Sie außerdem unter: http://www.dieoberpfalz.de/pater-anselm-fuehren-mit-werten_111.html

 

 

21.09.2011 
Quelle: Norbert Wanner