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Mit Fahrrad und 5 Figuren auf der Autobahn 28.07.2010 



© Michael Werner
Michael-Werner-Kunstweltrekord Ruhr
© Michael Werner
Mit Fahrrad und fünf Figuren auf der Autobahn
Kunstweltrekord Michael Werner hat an der Ruhr mit einer neuen Aktion für Aufsehen gesorgt

Michael Werner hat es geschafft. Seit Sonntag um 16.55 Uhr gibt es im Kunstbetrieb wieder einen neuen Rekord. Mit einem Fahrrad fuhr der Maxhütter Lehrer und Extremkünstler Michael Werner mit insgesamt fünf „menschengroßen Skulpturen“ auf einer Autobahn von Essen nach Bochum und zurück. Die Aktion fand im Rahmen einer Veranstaltung der Kulturhauptstadt Essen -Ruhr 2010 statt.
Werner erreichte knapp vor Beendigung des Festivals „Stillleben“ – einem Höhepunkt der Feiern der Kulturhauptstadt Essen – gerade noch sein Ziel. Werner zur MZ: „Am Schluss wurde es richtig eng mit der Zeit. Schuld daran war aber nicht wie befürchtet das Wetter oder ein Platten sondern ein gigantischer Menschenstau auf der A 40.“ Drei Millionen Besucher hatten die für einige Stunden für den motorisierten Verkehr gesperrte Autobahn A 40 gestürmt.
Werner: „Das ganze Ruhrgebiet war im Ausnahmezustand. 20 000 Biertische und 40 000 Bierbänke wurden zu einer 60 Kilometer langen Festtafel auf der A40 aufgestellt.“
Der Maxhütter hatte sich zum Ziel gesetzt, inmitten dieses Trubels sieben Skulpturen zu einer Menschenpyramide zusammenfügen und mit seiner „ARTistentruppe“ auf einem Fahrrad entgegen der Fahrtrichtung auf der Autobahn A 40 von Essen nach Bochum zu fahren. „Damit wollte ich wieder einen spektakulären Kunstweltrekord aufstellen und nebenbei unsere Leistungsgesellschaft porträtieren.“ Wegen des Gedränges balancierte er aber nur fünf statt der geplanten sieben Figuren.
Die lebensgroßen Menschenfiguren aus silberleuchtendem, superleichtem PVC-Material sollten mit ihren unterschiedlichen Kopfformen wirken wie von einem anderen Stern. Werner: „Ganz unterschiedliche Individuen haben sich hier wohl zusammengefunden und stellen gemeinsam etwas Außergewöhnliches, ja Außerirdisches dar.“
Schon mehrfach hatte Werner mit spektakulären Kunstrekorden Aufsehen erregt. Internationale Beachtung fand seine Kunstaktion zur EU-Erweiterung, bei der Menschen in 44 Ländern gleichzeitig 10000 Schirme öffneten. Werner malte auch ein 160 Meter langes Bild mit Keith Haring-Figuren beim Streetlife Festival in München Damit übertraf er Harings Bestmarke um acht Meter...
Mit seine Aktionen will der Maxhütter Förderschullehrer, der bei seinen Rekordversuchen immer einen Rennfahrer-Overall trägt, darauf aufmerksam machen, dass im Kunstbetrieb oft nicht Kreativität zählt, sondern „rekordsüchtiges, leistungsorientiertes Streben.“


Von seiner spektakulären Aktion auf der Ruhrautobahn berichtet Michael Werner der MZ:
 „Wegen des starken Besucherandrangs konnte ich statt der geplanten sieben nur fünf Menschenskulpturen zu einer Pyramide zusammenfügen. Meine Truppe wäre sonst zu breit geworden und im Menschengedränge steckengeblieben. Mit der schlankeren Pyramidenform war es möglich voranzukommen.
Allerdings ging besonders im Großraum Essen zeitweise trotzdem nichts mehr. Ich musste dann das Rad schieben oder im Schneckentempo fahren. Es herrschte ein unglaubliches Gedränge. Aber mit Geduld und Ausdauer bewältigte die Artistentruppe in drei Stunden die 30 km. Durch das ungewöhnliche, ja außerirdische Erscheinungsbild der Skulpturen fiel die Truppe jedermann ins Auge.
Teilweise löste sie sogar eine La Ola - Welle an den Tischen aus. Mehrere Besucher kannten den konzeptionellen Hintergrund der Aktion, denn es gab einen Infostand zum Kunstweltrekord. Außerdem wurde in der Presse vor Ort schon darüber berichtet. Viele Besucher wollten sich mit der Skulptur fotografieren lassen.“

28.07.2010