Hilfsnavigation

Foto - Unsere Stadt

„Es ist vielleicht kein Zufall, dass sie unsere Stadt gewählt haben.“

Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank freute sich darüber, dass die erste Bezirksversammlung der LandesSeniorenVertretung Bayern die Stadthalle als Veranstaltungsort fand. Die Stadt stehe in der Seniorenpolitik vor ganz besonderen Herausforderungen. Maxhütte-Haidhof fehle ein historisch gewachsener Kern. Nachdem Krieg sei die Stadt rasch gewachsen. Da es hier Arbeit gab ließen sich viele Flüchtlinge nieder. „Das ist die Generation um die wir uns heute verstärkt kümmern müssen.“ Dies sei eine große Aufgabe, der man sich in der Kommune schon seit längerem widme.

Die Bürgermeisterin erinnerte daran, dass es für das seniorenpolitische Gesamtkonzept im Rahmen eines Wettbewerbs des Sozialministeriums im vergangenen Jahr einen dritten Preis gegeben hatte. Hochkarätigster Gast der Konferenz war ein Gast aus dem Sozialministerium: Staatssekretär Markus Sackmann. In seiner Rede, die unter der Überschrift stand: „Die Oberpfalz stärken durch aktive Seniorenvertretungen.“ Sackmann ging auf die Herausforderungen des demografischen Wandels ein und die Herausforderungen, vor die das Ministerium gestellt ist, durch diese Verschiebungen in der Gesellschaft und hatte dafür ein schönes Beispiel parat: Der Bundespräsident gratuliert allen 100jährigen persönlich zum Geburtstag. Im Jahr 2006 waren es in Deutschland 4600, 2025 sollen es 44 000 sein und 2050 rund 114 000.

„Das ist unsere erste Bezirksversammlung in der Oberpfalz.“

Logo der LSVB

Auf der einen Seite freute sich der Vorsitzende der LandesSeniorenVertretung (LSVB) Bayern Walter Voglsang. Dass von den 60 angemeldeten Teilnehmern zur Versammlung allerdings nur rund die Hälfte wirklich den Weg in die Stadthalle gefunden hatte, war für ihn auch ein Wermutstropfen. Trotzdem, auch im „weißen Flecken Oberpfalz“ präsent zu sein, war ein Erfolg für den Vorsitzenden, der betonte, dass der demografische Wandel eines der wichtigsten Anliegen der Politik sein müsse.

Gekommen war auch Bezirkstagvizepräsident Norbert Hartl. „Der Anteil der Älteren an der Bevölkerung nimmt zu, der junger Menschen leider ab“, stellte Hartl fest. Die durchschnittliche Lebenserwartung steige seit Jahren „und das ist gut so“. Senioren seien eine wichtige Gruppe des Gemeinwesens, die sich in die Gesellschaft einbringen wollten. Senioren hätten aber auch eigene Vorstellung und Bedürfnisse. Deshalb sei es erfreulich, dass viele Kommunen Seniorenbeiräte oder –beauftragte vorweisen können. Trotzdem sehe er in der Oberpfalz noch Nachholbedarf. Nicht weniger bedeutsam und notwendig wäre eine Seniorenvertretung auf Landesebene. Die Dachorganisation halte Kontakt zu Gremien und Mini-sterien, bringe die Bedürfnisse vor Ort nach oben. Auch der Bezirk sei ein wichtiger Partner für Senioren. Der trete beispielsweise dann ein, wenn die Eigenmittel nicht reichen, stationäre oder teilstationäre Pflege zu finanzieren. In der Oberpfalz betreffe das in diesem Jahr rund 3700 Fälle, wofür der Bezirk circa 60 Millionen Euro ausgebe.

Hauptredner war Sozialstaatssekretär Markus Sackmann. Die Bayerische Staatsregierung stehe für einen gelebten Dialog in Frage der Seniorenpolitik. Welche Bedeutung das Thema inzwischen gewonnen habe zeige sich am Beispiel des Wortes „Demografie“. Vor wenigen Jahren habe man es noch übersetzen müssen mit Bevölkerungswachstum, inzwischen werde es überall verstanden. Nicht umsonst solle 2012 in Europa das Jahr des „aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Genrationen ausgerufen werden. Sackmann zitierte den Artikel drei der Bayeri-schen Verfassung. „Bayern ist ein Rechts-, Kultur- und Sozialstaat und dient dem Gemeinwohl.“ Deshalb müsse sich die Politik fragen, „wofür wollen wir die längere Lebenszeit nutzen? Wie machen wir den Erfahrungsschatz und die Ressourcen älterer Menschen für unsere Gesellschaft fruchtbar? Wie leisten wir angemessene Hilfe, wo ältere Menschen diese essentiell benötigen?“ Leben im Alter sei heute anders, selbständiger als früher, dem müsse die Politik Rechnung tragen. Das reiche von der Verbesserung der häuslichen Pflege bin hin zu innovativen Wohnkonzepten. Sackmann sprach sich gerade bei letzterem Punkt für mehr staatliche Förderung aus. Aus Erfahrung wisse er, dass es für Investoren oft unrentabel wäre in ländlichen Gebieten bestehende geeignete Gebäude seniorgengerecht umzubauen und so Leerstände zu vermeiden. Sackmann lobte, dass der LSVB in all diesen Fragen ein wichtiger Partner der Staatsregierung sei.

© Anita Alt
Hauptredner war Staatssekretär Markus Sackmann
© Anita Alt



© Norbert Wanner
Geschäftsführerin Veronika Schraut warb für Mitglieder
© Norbert Wanner

Anschließend ging Geschäftsführerin Veronika Schraut auf die Ziele, Aufgaben und Aufbau des LSVB ein. Die Wurzeln gehen bist Anfang der 80er Jahre zurück, zur „Arbeitsgemeinschaft der Seniorenvertretungen Bayerns“. 1987 kam es zur Gründung des Bayerischen Landesseniorenrates. 1993 konstituierte sich die LSVB, die im vergangenen Jahr mit dem Landesseniorenrat verschmolz. Derzeit zähle die Organisation 99 Mitglieder, darunter viele große bayerische Städte. Weiße Flecken gibt es laut Schraut vor allem in der Oberpfalz und in Niederbayern in größerem Umfang. Der Verband verstehe sich als Sprachrohr seniorenpolitischer Interessen und ist die Dachorganisation der kommunalen Seniorenvertretungen im Freistaat. Schraut verwies auf eine Umfrage, die der LSVB startete um herauszufinden wie es in Bayerns Kommunen mit Seniorenvertretungen aussieht. Danach würden in der Oberpfalz bestellte ehrenenamtliche Seniorenbeauftragte überwiegen. Schraut rief dazu auf, wenn möglich stattdessen Seniorenbeiräte zu gründen hören, da diese mehr Gewicht hätten. 

Einen erfolgreichen Baustein aktiver Senioren- und Generationenpolitik konnte Bürgermeistern Dr. Susanne Plank mit dem einzigen Mehrgenerationenhaus im Landkreis Schwandorf vorstellen. „Das ist gut investiertes Geld.“
Noch im Lauf der Versammlung setzte die Bürgermeisterin und die städtische Seniorenbeuftragte Anita Alt ein weiteres Zeichen für die Seniorenarbeit. Die Stadt wurde das 100 Mitglied im LSVB.

Mehr Informationen zur LandesSeniorenVertretung Bayern finden Sie hier

Die Stadt Maxhütte-Haidhof wird 100. Mitglied bei der LSVB - 1. Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank erhält besondere Urkunde im Bayerischen Sozialministerium! Hier klicken: Pressebericht 100. Mitglied beim LSVB

25.10.2011 
Quelle: Manuela Wanner