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Hilfe und Rat beim Netzwerk für die Senioren 31.05.2012 


Maxhütte-Haidhof/Landkreis: Projekt Im Landkreis soll ein flächendeckendes Angebot aufgebaut werden. 
Netzwerke werden nicht nur für Beruf und Karriere immer wichtiger, auch im Alter können gut organisierte Beziehungsgeflechte nützlich sein. Die Idee der Lernenden Region Schwandorf, im Landkreis Seniorennetzwerke zu schaffen, stieß denn auch beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf großes Interesse, das Projekt Nachbarschaftshilfe wurde unter 500 Anträgen mit 35 anderen als förderwürdig erkannt und mit 100 000 Euro bezuschusst. Im Mehrgenerationenhaus in Maxhütte-Haidhof stellten die Verantwortlichen die Einzelheiten bei einem Treffen mit MdB Karl Holmeier vor, der die Idee in Berlin unterstützt hatte.

„Das ist eine spannende Sache, die das Zusammenspiel von vielen Kräften erfordert“, sagte Charlotte Pelka, Geschäftsführerin der Lernenden Region Schwandorf. Das Projekt werde auch vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Familien und Frauen mit 20 000 Euro gefördert. Ziel ist es, so die Projektleiterin Manuela Radtke, älteren Menschen, die alleine nicht mehr zurechtkommen oder auf bestimmten Gebieten Hilfe brauchen, Unterstützung anzubieten. Vorhandene örtliche Angebote für ältere, hilfsbedürftige Menschen zur Bewältigung des Alltags sollen ausgebaut und ergänzt werden.

Die Lernende Region besichtigt mit MdB Karl Holmeier das Mehrgenerationenhaus
© Harald Kuchler/ MZ 
Dabei, so Radtke, kann vom Prinzip Nachbarschaftshilfe ausgegangen werden. Menschen mit unterschiedlichen Potenzialen und Ressourcen, verschiedenen Alters und unterschiedlicher, oft auch ausländischer Herkunft, leben in den Gemeinden zusammen und könnten voneinander profitieren. Die Bereitschaft der Bürger, Ehrenämter zu übernehmen, müsse unterstützt werden.
Auf der anderen Seite stehen bereits existierende Einrichtungen wie Wohlfahrtsverbände, Kirchengemeinden, Selbsthilfegruppen, private Dienstleister, Seniorenräte etc., aus denen im Landkreis Schwandorf ein flächendeckendes Beratungs- und Versorgungsnetzwerk aufgebaut werden kann.

Durch die vielfältigen Hilfsangebote sollen ältere Menschen dabei unterstützt werden, noch für längere Zeit in ihrer gewohnten Umgebung bleiben zu können. Dazu gehöre auch, altersgerechte Wohnangebote auszubauen und eine generationengerechte räumliche Infrastruktur sicherzustellen.

Vorstellbar seien Hilfen rund ums Haus, wie Pflege der Außenanlagen, Rasenmähen, Sträucher schneiden und Winterdienst, aber auch Hilfe im Haushalt wie Putzen, Waschen, Bügeln, Einkaufen und kleine Reparaturen.
Auch Hilfen beim Schriftverkehr mit Ämtern, Firmen und Versicherungen, beim Sterbefall in der Familie oder beim Umgang mit dem PC sind denkbar. Dazu kommen soziale und Kontakt-Angebote wie Spazierengehen, Vorlesen, Ratschen, Besuchsdienste, Begleitung bei Behördengängen. Auch Fahrdienste zum Arzt, zu Ämtern, Veranstaltungen und Gottesdiensten würden von Senioren gern in Anspruch genommen.

Ein weiteres Feld ist der Pflegebereich mit Themen wie Ambulante Pflege, Tagespflege, Essen auf Rädern, Hausnotruf, Hospizbegleitung oder der Beratungsbereich mit Hilfe bei Rechts- und Erbfragen, Miete, Rente, Umbaumaßnahmen für altersgerechtes Wohnen, Gesundheit und Ernährung.

Schließlich sprach Radtke auch noch den Freizeitbereich an, hier denke man an Tanzveranstaltungen, Info-Abende, Stammtisch-Treffen, kreative und handwerkliche Kurse, gemeinsamer Mittagstisch etc.
MdB Holmeier begrüßte die Initiative und sagte, wenn Menschen länger zu Hause wohnen könnten, sei dies sowohl für sie selbst, wie für die Gesellschaft sehr gut. Dem Ehrenamt komme im Zusammenspiel der Hilfsangebote eine immer größere Bedeutung zu. (ku)

Zusatzelement: Drei Pilotprojekte

Das Projekt ist eingebettet in das regionale seniorenpolitische Gesamtkonzept, in das 33 Einzelgemeinden eingebunden sind.
- Pilotprojekte starten 2012 in Pfreimd, Neunburg und Schönsee. Nach Auswertung werden die Erfahrungen auf die Gemeinden im Landkreis übertragen.
- Landrat Volker Liedtke dankte MdB Karl Holmeier für die Unterstützung des Projekts.
- Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank sagte, im Mehrgenerationen-Haus in Maxhütte-Haidhof werde bereits jetzt der Netzwerk-Gedanke verwirklicht. (ku) 

Das Bild zeigt:
Sie unterstützen das Seniorennetzwerk (v.l.): Landrat Volker Liedtke, Alexander Spitzer (Leiter des MG-Hauses), Charlotte Pelka (Geschäftsführerin Lernende Region Schwandorf), Manuela Radtke (Projektleiterin Nachbarschaftshilfe), Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank und MdB Karl Holmeier. Foto: ku



© Harald Kuchler/ MIttelbayerische Zeitung