700 Jahre Pirkensee: Ein Fest zwischen Geschichte, Heimat und Gemeinschaft

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher kamen am Sonntag in die Ortschaft Pirkensee, welche zum Stadtgebiet Maxhütte-Haidhof gehört, um das 700-jährige Bestehen von Pirkensee gebührend zu feiern. Im Mittelpunkt des Jubiläumstages stand das Schloss Pirkensee, das zum „Tag des offenen Denkmals“ seine Tore öffnete. Führungen, eine historische Bilderausstellung und musikalische Darbietungen lockten viele Interessierte in das Schloss.

Schlossherr Robert Gerstl zeigte sich vom großen Zuspruch sichtlich beeindruckt. Aus der ursprünglich geplanten Führung durch das Schloss wurden aufgrund der großen Nachfrage kurzerhand drei Rundgänge. Dabei erhielten die Besucher spannende Einblicke in die Geschichte des historischen Gebäudes und konnten sich ein Bild von den bisherigen Sanierungsarbeiten machen. Frisch dazugekommen sind die Übernachtungsmöglichkeiten in den Suiten.

Auch eine umfangreiche Ausstellung mit historischen Bildern und Dokumenten nahm die Besucher mit auf eine Zeitreise durch 700 Jahre Pirkensee. Zahlreiche Unterlagen und Fotografien waren von Andreas Fischer gemeinsam mit Stadtarchivar Dr. Thomas Barth und Ortsheimatpfleger Manfred Henn zusammengetragen worden.

„Und doch ist eines geblieben: Pirkensee“

Der offizielle Festakt fand im Trauzimmer des Schlosses statt. Zweiter Bürgermeister Matthias Meier, der den verhinderten Ersten Bürgermeister Rudolf Seidl vertrat, begrüßte zahlreiche Ehrengäste und Pirkenseerinnen und Pirkenseer.

„700 Jahre seien eine gewaltige Zahl“, betonte Meier. Sieben Jahrhunderte bedeuteten unzählige Generationen, politische Veränderungen, Kriege und Friedenszeiten sowie neue und verschwundene Gebäude und Wege. „Und doch ist eines geblieben: Pirkensee“, fasste der Zweite Bürgermeister die besondere Bedeutung des Jubiläums zusammen.

Das Schloss selbst sei ein Stück dieser langen Geschichte und eng mit der Entwicklung des Ortes verbunden. Auch den schweren Brand von 1999 habe das historische Gebäude überstanden. Nach dem Wiederaufbau habe das Schloss heute wieder einen festen Platz im Herzen von Pirkensee. Meier dankte deshalb Schlossherrn Robert Gerstl und seiner Frau Corinna dafür, dass sie das Anwesen erhalten und mit Leben füllen.

„700 Jahre bedeuten aber nicht nur 700 Jahre Gebäude und Urkunden. 700 Jahre bedeuten vor allem: 700 Jahre Menschen“, so Meier. Die Geschichte des Ortes werde bis heute in den Vereinen, der Vereinsgemeinschaft, der Feuerwehr, den kirchlichen Gemeinschaften, in der Nachbarschaft und vor allem im ehrenamtlichen Engagement fortgeschrieben.

„Pirkensee ist nicht nur ein Ort auf der Landkarte. Pirkensee ist Heimat“, unterstrich Meier. Seit der Gebietsreform 1972 gehört der Ort zur Stadt Maxhütte-Haidhof. Seine eigene Geschichte, Identität und sein Gemeinschaftssinn seien dabei erhalten geblieben.

Blick auf die Geschichte des Ortsnamens

Für einen besonderen historischen Einblick sorgte Dr. Wolfgang Janka von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München. In seiner Festrede widmete er sich insbesondere der Herkunft und Entwicklung des Ortsnamens Pirkensee. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1326. Janka erläuterte jedoch, dass der Ort durchaus schon vorher bestanden haben könnte.

Im Laufe der Geschichte finden sich unterschiedliche Schreibweisen des Namens, darunter „Pirchensee“, „Birchense“ oder „Pirkchensee“. Erst seit dem Jahr 1867 habe sich die heutige Schreibweise „Pirkensee“ durchgesetzt.

Auch stellvertretender Landrat Peter Wein würdigte das Jubiläum. Ein Ort, der auf eine 700-jährige Geschichte zurückblicken könne, habe vieles erlebt. Umso schöner sei es, dass die Dorfgemeinschaft zusammengekommen sei, um dieses besondere Ereignis gemeinsam zu feiern. Er übergab eine Spende an die Vereinsgemeinschaft Pirkensee mit ihrer Vorsitzenden Inge Gollwitzer.

Unter den Gästen waren auch der Kreisheimatpfleger Jakob Scharf und Freiherr Maximilian von Wiedersperg, deren Anwesenheit die enge Verbindung von Ortsgeschichte, Denkmalschutz und kulturellem Erbe unterstrich.

Musik und geselliges Beisammensein

Für einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen des Festaktes sorgte die Gruppe „aus DER Zeit“ unter der Leitung von Andreas Fischer. Mit historischen Werken wurde der Festakt musikalisch passend zum historischen Anlass gestaltet. Die Sopranistin Anna-Maria Pilz setzte mit ihrem Gesang einen besonderen Akzent.

Anschließend ging es trotz des Regens gemütlich weiter. Die Besucher rückten sprichwörtlich enger zusammen und ließen den Jubiläumstag bei den Klängen der Pirkenseer Blaskapelle ausklingen. Für die Bewirtung sorgte die Vereinsgemeinschaft Pirkensee.

Schlossherr Robert Gerstl blickte dabei auch auf seine persönliche Verbindung zum Ort zurück. Mit dem Kauf des Schlosses vor zehn Jahren habe er sich einen Traum erfüllt. Er sei in Pirkensee sehr gut aufgenommen worden und fühle sich hier ausgesprochen wohl. Ohne die Unterstützung der Nachbarschaft, der Vereinsgemeinschaft und der Pirkenseer wäre vieles nicht möglich gewesen. Stolz sei er darauf, Schlossherr sein und damit selbst ein Stück Ortsgeschichte mitgestalten zu dürfen. Die Sanierung sei zwar noch lange nicht abgeschlossen, dennoch sei er sehr zufrieden mit dem, was bisher gemeinsam erreicht wurde.

Das Jubiläumsfest machte damit eindrucksvoll deutlich: 700 Jahre Pirkensee sind nicht nur ein Blick zurück in die Vergangenheit, sondern vor allem ein Grund, die lebendige Gemeinschaft und die gemeinsame Heimat zu feiern.

15.09.2026