Musik, Gemeinschaft und Erinnerungen: Blaskapelle Maxhütte Leonberg feiert 40 Jahre
Jubiläumswochenende mit großer Resonanz – bewegender Abschied und besondere Würdigung für Mitgründer Georg „Schorsch“ Amann
Ein Jubiläum, das musikalisch, emotional und gemeinschaftlich in Erinnerung bleiben wird: Die Blaskapelle Maxhütte Leonberg hat ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Besucher, Vereine und Ehrengäste sorgten an zwei Festtagen für eine stimmungsvolle Atmosphäre und machten deutlich, welchen Stellenwert die Kapelle inzwischen im kulturellen Leben der Stadt besitzt.
Zum Auftakt am Samstagabend begrüßte Vorsitzender Christian Auburger die Gäste und verband den Fassanstich durch Bürgermeister und Schirmherr Rudolf Seidl mit dem Wunsch nach einem gelungenen Fest. Dieser Wunsch sollte sich erfüllen: Bei bestem Sommerwetter wurde der Innenhof der Mittelschule zum Treffpunkt für Musikliebhaber und Feiernde.
Bereits zu Beginn füllten sich die Reihen, später wurde es richtig lebhaft. Als die „Oberpfälzer Blechapostel“ für Stimmung sorgten, hielt es viele Besucher nicht mehr auf den Sitzplätzen. Die ausgelassene Atmosphäre zeigte, wie sehr die Musik die Menschen verbindet. Am Ende des Wochenendes zog Auburger ein durchweg positives Fazit und sprach von einer rundum gelungenen Jubiläumsfeier.
Eine Erfolgsgeschichte mit Wurzeln in der Stadtgeschichte
Bürgermeister Rudolf Seidl erinnerte in seinem Grußwort an die besondere Entwicklung der Blaskapelle. Aus den Anfängen als Jugendblaskapelle der FF Leonberg sei über die Jahrzehnte eine eigenständige musikalische Gemeinschaft entstanden, die heute fest zur Stadt Maxhütte-Haidhof gehört.
„Die Kapelle ist zu einer erfolgreichen und eigenständigen Gemeinschaft geworden – mit einem festen Platz im kulturellen Leben unserer Stadt“, betonte Seidl.
Sein Dank galt besonders dem Vorsitzenden Christian Auburger und Dirigentin Regina Sturm, die die Kapelle prägen und weiterentwickeln. Gleichzeitig blickte der Bürgermeister zurück auf die Gründungsgeschichte und würdigte die Verdienste von Ferdinand Deinzer, Josef Reuschl und Georg Amann.
Dabei spielt auch die Verbindung zum ehemaligen Eisenwerk Maximilianshütte eine wichtige Rolle. Nach dem Ende des Werksorchesters stand die musikalische Tradition vor einem Einschnitt. Durch das Engagement von Gründervater der Blaskapelle Maxhütte Leonberg Georg Amann konnten Instrumente und Notenmaterial übernommen werden und fanden bei der jungen Blaskapelle eine neue Heimat. Damit wurde ein Stück Musikgeschichte der Stadt bewahrt.
Auch die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten sei Teil der Entwicklung gewesen, erklärte Seidl. Nachdem das frühere Domizil im Feuerwehrgerätehaus Leonberg nicht mehr ausgereicht hatte, fand die Kapelle 2022 im Mehrgenerationenhaus neben dem Rathaus eine neue Heimat.
Musikalisch wurde der Abend von den Bacherl-Musikanten eröffnet, ehe die Oberpfälzer Blechapostel für Unterhaltung sorgten. Die Besucher genossen die meisterhaften und brillanten Beiträge der Musiker ebenso wie das kulinarische Angebot des Festes, welches vom Clemenshaus aus Leonberg angeboten wurde.
Vereine, Gottesdienst und ein besonderer Festmoment
Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Gemeinschaft. Beim Kirchenzug beteiligten sich zahlreiche Vereine und begleiteten das Jubiläum sichtbar durch die Stadt. Anschließend wurde in der Pfarrkirche St. Barbara ein Festgottesdienst gefeiert.
Pfarrer Varghese Chiraparamban sorgte dabei mit einer persönlichen Geschichte für Heiterkeit. Er berichtete von seinen ersten Begegnungen mit der bayerischen Tradition und davon, dass ihm der Begriff „Blaskapelle“ zunächst unbekannt gewesen sei. Seine erste Vermutung: eine Kapelle mit Bezug zum Heiligen Blasius. Mittlerweile kennt und schätzt der Geistliche die Bedeutung der Blasmusik und war selbstverständlich Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten. Mehrmals forderte er die zahlreichen Festgottesdienstbesucher auf, für die Blaskapelle Maxhütte Leonberg zu klatschen, die auch den Gottesdienst musikalisch begleiteten.
Beim Festakt am Vormittag gratulierten auch Landrat Thomas Ebeling und Joseph Ferstl vom Nordbayerischen Musikbund. Beide würdigten die Kraft der Musik, Menschen zusammenzubringen und Gemeinschaft zu schaffen.
Erinnerung an einen Wegbereiter
Besonders emotional wurde es bei den Gedanken an Georg „Schorsch“ Amann. Der Mitgründer der Blaskapelle war wenige Tage vor dem Jubiläumsfest verstorben. Viele Weggefährten erinnerten an seinen Einsatz und seine Bedeutung für die Entwicklung der Kapelle.
Ein besonderer Augenblick entstand, als Gerhart Gröninger, ehemaliger Geschäftsleiter der Stadt Maxhütte-Haidhof, am Samstag nach der Eröffnung die Bühne betrat. Er hatte bei seiner Verabschiedung im Jahr 2007 von Georg Amann und Josef Reuschl für seine engagierten Bemühungen für die Blaskapelle den Tambourstab der ehemaligen Werkskapelle des Eisenwerks Maximilianshütte erhalten. Dieses besondere Erinnerungsstück gab Gröninger nun anlässlich des 40-jährigen Bestehens an die Blaskapelle weiter. Ein bewegender Moment.
Der Tambourstab wurde damit zu einem Symbol für die Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft – und für die musikalische Tradition, die über Generationen weitergetragen wird.
Das Jubiläumswochenende zeigte eindrucksvoll: Die Blaskapelle Maxhütte Leonberg ist nicht nur ein Musikverein, sondern ein wichtiger Teil der Geschichte und Gemeinschaft der Stadt.
Quelle: Anita Alt
