Neue Nutzungsideen für Kirche St. Barbara
Wie können Kirchengebäude, die zunehmend weniger genutzt werden, künftig als Orte der Gemeinschaft erhalten bleiben? Mit dieser Frage haben sich Studierende der Fakultät für Architektur der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg beschäftigt. Ihre Ergebnisse zur Pfarrkirche St. Barbara in Maxhütte-Haidhof werden derzeit in einer Ausstellung präsentiert – mit überraschend vielfältigen Ideen, die von Kulturzentrum bis Kinderhospiz reichen.
Die Untersuchung entstand im Rahmen einer Semesterarbeit, die Teil eines EU-geförderten Projekts ist. Seit April 2024 ist die Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberpfalz Partnerin dieser Initiative, die sich mit der Umnutzung von Kirchengebäuden in der Region beschäftigt. Unter dem Titel „Gemeinschaft leben – Mögliche Nutzungserweiterungen für die Kirche St. Barbara“ sind die Arbeiten bis zum 16. November täglich von 9 bis 16 Uhr in der Pfarrkirche zu sehen.
Zur Ausstellungseröffnung begrüßte Kirchenpfleger Jürgen Albrecht zahlreiche Gäste, darunter Bürgermeister Rudolf Seidl, Pfarrer Dr. Varghese Chiraparamban, Pfarrgemeinderatssprecherin Martina Achhammer, Bezirksheimatpfleger Tobias Appl und dessen Stellvertreter Florian Schwemin, Verena Pfeffer vom Bezirk Oberpfalz sowie Professorin Anne Beer von der OTH Regensburg.
Pfarrer Varghese betonte in seinem Grußwort, dass St. Barbara nicht nur geografisch im Zentrum der Stadt liege, sondern auch das „Herzstück des Glaubens und der Gemeinschaft“ sei. Die Kirche sei ein „lebendiges Monument des Glaubens unserer Vorfahren“ und zugleich offen für neue Ideen und kreative Wege.
Vielfalt zwischen Tradition und Wandel
Auch Bürgermeister Rudolf Seidl würdigte das Projekt als wichtigen Impuls:
„Die Kirche St. Barbara ist für viele Menschen in Maxhütte-Haidhof ein vertrauter Ort – ein Stück Heimat und Geschichte. Gleichzeitig müssen wir uns fragen, wie wir solche Gebäude künftig sinnvoll erhalten und nutzen können.“
Er lobte die Zusammenarbeit zwischen Pfarrei, OTH Regensburg und der Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberpfalz, die zeige, „wie vielfältig die Zukunft gedacht werden kann – im Spannungsfeld zwischen Tradition und Wandel“. Besonders angetan zeigte sich Seidl von der Idee einer Seniorenwohnanlage, die seiner Ansicht nach „realistisch umsetzbar und ein Gewinn für Maxhütte“ wäre.
Zwölf Entwürfe – ein gemeinsames Ziel
Insgesamt zwölf Konzepte haben die Architekturstudierenden im Rahmen ihres Bachelorstudiums entwickelt. Die Entwürfe reichen von kulturellen und sozialen Einrichtungen über Mehrgenerationenhäuser bis hin zu Begegnungsorten für Jung und Alt. Alle Modelle verfolgen das Ziel, den Charakter des Gebäudes zu bewahren und zugleich neuen gesellschaftlichen Bedürfnissen Raum zu geben.
Professorin Anne Beer hob das Engagement der Studierenden hervor:
„Es war sehr beeindruckend zu erleben, mit welchem Interesse und Verantwortungsbewusstsein sich die jungen Leute mit der Frage auseinandersetzen, wie man als Gesellschaft mit zunehmend unternutzten Kirchengebäuden umgehen kann.“
Bezirksheimatpfleger Tobias Appl ergänzte, dass der Bezirk Oberpfalz die Thematik der Kirchenumnutzung künftig stärker begleiten wolle. Ziel sei es, Bewusstsein für die kulturelle und spirituelle Bedeutung dieser Gebäude zu schaffen und gleichzeitig Wege zu nachhaltigen Nachnutzungen aufzuzeigen.
Ausstellung lädt zum Mitdenken ein
Die Ausstellung „Gemeinschaft leben“ möchte vor allem zum Nachdenken und Diskutieren anregen. „Sie ist ein Impuls, miteinander ins Gespräch zu kommen – über Bewahrung, Veränderung und über das, was unsere Stadt zusammenhält: Gemeinschaft“, so Bürgermeister Seidl abschließend.
Die Ausstellung ist noch bis zum 16. November täglich von 9 bis 16 Uhr in der Pfarrkirche St. Barbara in Maxhütte-Haidhof zu sehen.
Quelle: Anita Alt, Stadt Maxhütte-Haidhof
