Wohnen. Pflege. Zukunft.: Infoveranstaltung wurde sehr gut angenommen

Der Seniorenbeirat Maxhütte-Haidhof hatte am Donnerstag, den 3. September 2026, zum Infonachmittag „Wohnen. Pflege. Zukunft.“ ins MehrGenerationenHaus geladen – und traf damit offenkundig einen Nerv: Rund 40 Besucherinnen und Besucher füllten den Saal. Im Mittelpunkt standen die Fragen, die viele ältere Menschen und ihre Familien früher oder später beschäftigen: Wie lässt sich das Leben im Alter sicher und selbstbestimmt gestalten – und was passiert, wenn es im eigenen Zuhause allein nicht mehr geht?

Zum Auftakt hatten die Gäste Gelegenheit, ihre persönlichen Fragen und Sorgen auf Post-its zu notieren – von Fragen rund um betreutes Wohnen über die Finanzierung der Pflege bis zur Ungewissheit über die eigene Zukunft im Haus. Experten aus der Region gingen im Anschluss gezielt auf diese Themen ein.

Wenn zuhause nicht mehr alles allein geht

Zunächst wurde deutlich, vor welchen Herausforderungen Senioren und ihre Familien stehen: körperliche und kognitive Einschränkungen, soziale Isolation, steigende Gesundheitskosten und nicht zuletzt die Belastung pflegender Angehöriger, die im Schnitt rund 49 Stunden pro Woche für die Pflege aufwenden. Aaron Schweiger von Home Instead Regensburg und Michaela Schmid von Die PflegeSchmide stellten vor, wie ein möglichst langer Verbleib in den eigenen vier Wänden mit ambulanter Unterstützung gelingen kann. Helmut Treml von der Treml GmbH ergänzte die praktische Seite: Mit barrierefreien Umbauten – vom bodengleichen Duschbad bis zu Haltegriffen und breiteren Türen – sowie unterfahrbarem Waschbecken lasse sich beispielsweise das eigene Badezimmer deutlich sicherer machen. Wichtig sei dabei eine realistische Einschätzung der eigenen Kräfte – und frühzeitige Planung. Auch auf Fördermöglichkeiten wurde hingewiesen: Die Pflegekasse bezuschusst wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.180 Euro, die KfW-Bank fördert altersgerechtes Bauen zusätzlich mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten.

Wenn es zuhause nicht mehr reicht

Reicht die Versorgung zuhause nicht mehr aus, gibt es zahlreiche Alternativen, wie die anwesenden Einrichtungen aus dem Städtedreieck aufzeigten: Geschäftsführerin Tina Völkl von der Caritas Tagespflege „Am Stadtpark“ in Teublitz erläuterte, wie die Tagespflege pflegende Angehörige tagsüber entlastet, ohne dass die eigene Wohnung aufgegeben werden muss. Martina Bachmeier, Einrichtungsleitung des Korian Pflegeheims Haus Maxhütte-Haidhof stellte schließlich die vollstationäre Pflege vor Ort vor. Die Referentinnen und Referenten betonten unisono, dass jede Wohnform ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich bringt und die passende Lösung immer vom individuellen Pflegebedarf, dem Wunsch nach Selbstbestimmung und dem sozialen Umfeld abhängt.

Ein weiterer Themenblock widmete sich der Finanzierung: Aaron Schweiger erläuterte die Leistungen der Pflegeversicherung – von Pflegegeld über den Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro monatlich bis zur Verhinderungspflege – sowie den Weg zur Beantragung eines Pflegegrades in sechs Schritten, vom formlosen Antrag bei der Pflegekasse bis zum möglichen Widerspruch gegen den Bescheid.

Das eigene Haus: Bleiben, umbauen oder verkaufen?

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Frage nach dem Eigenheim im Alter. Immobilienmakler Lucas Baier von Baier Immobilien aus Teublitz machte deutlich, dass ein großes Haus im Alter zunehmend zur Belastung werden kann: hoher Instandhaltungsaufwand, eine oft wenig barrierefreie Bausubstanz und mitunter eine abgelegene Lage ohne fußläufige Infrastruktur. Er stellte den Zuhörern verschiedene Optionen vor – vom barrierefreien Umbau über die Teilvermietung bis zu Modellen wie Immobilienverrentung, Teilverkauf oder dem klassischen Verkauf mit anschließendem Umzug in eine kleinere, barrierefreie Wohnung. Sein Rat: Wer sich frühzeitig und in Ruhe mit den Möglichkeiten auseinandersetzt, vermeidet spätere Zwangsentscheidungen und sichert sich finanziellen Spielraum für die eigene Pflege.

Positives Fazit

Rebecca Federer, Seniorenbeauftragte der Stadt Maxhütte-Haidhof, zeigte sich zufrieden mit der Resonanz: „Wir wollten unseren Seniorinnen und Senioren an einem Nachmittag einen echten Überblick über das lokale Angebot zum Thema Wohnen und Pflege verschaffen, ohne dass sie sich mühsam durch verschiedene Anlaufstellen fragen müssen. Dass so viele Gäste gekommen sind, zeigt uns, wie groß der Bedarf an diesen Informationen in der Region ist.“

Wie groß der Informationsbedarf zu den Themen Wohnen und Pflege im Alter ist, zeigte sich auch an den zahlreichen Fragen der Gäste im Anschluss an die Vorträge. „Wir können uns gut vorstellen, das Format künftig fortzusetzen“, kündigte die Seniorenbeauftragte an.

09.09.2026 
Quelle: Lucas Baier